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Schlechte Mundgesundheit mit Leberkrebs assoziiert

Eine schlechte Mundgesundheit in Form von Gingivitis, Parodontitis und Zahnverlust ist mit chronischen Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes assoziiert. Forscher der Universität Belfast haben untersucht, ob es Zusammenhänge zwischen Magen-Darm-Krebsarten, einschließlich Leber-, Dickdarm-, Rektum- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, und schlechter Mundgesundheit gibt.

Eine reduzierte Mundgesundheit steht offenbar nicht mit einem vermehrten Auftreten von Magen-Darm-Krebsarten in Zusammenhang, doch es gab Hinweise auf ein zu 75 % erhöhtes Risiko für Leberkrebs bei Patienten mit schlechter Mundgesundheit, insbesondere für das hepatozelluläre Karzinom (HCC) als häufigste Form.

Während der (durchschnittlich) sechsjährigen Nachbeobachtungszeit der Studie erkrankten 4.069 Menschen an Magen-Darm-Krebs. In 13 % dieser Fälle berichteten die Patienten von einer schlechten Mundgesundheit. Sie litten unter schmerzhaftem oder blutendem Zahnfleisch, Geschwüren im Mund und losen Zähnen. Die Teilnehmer mit schlechter Mundgesundheit waren eher jünger, weiblich, lebten in benachteiligten sozioökonomischen Gebieten und aßen weniger als zwei Portionen Obst und Gemüse pro Tag. 

Die irischen Forscher werteten für ihre Untersuchung Daten der UK Biobank aus, einer großen großbritannienweiten Gesundheitserhebung zwischen 2006 und 2010. Daran nahmen fast 500.000 Menschen teil.

Haydée WT Jordão, Gerry McKenna, Úna C McMenamin, Andrew T Kunzmann, Liam J Murray, Helen G Coleman. The association between self-reported poor oral health and gastrointestinal cancer risk in the UK Biobank: A large prospective cohort study. United European Gastroenterology Journal, 2019; 205064061985804; Deutsche Krebsgesellschaft, Basisinformation Leberkrebs. 

 

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