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So wichtig ist die Pflege der ersten Zähnchen

Schon mit den ersten Milchzähnen beginnt die Ära der Zahnbürste. Denn gesunde Milchzähne sind die Grundlage für spätere Zahngesundheit. Mit diesen fünf Tipps sparen Sie sich und Ihrem Kind schmerzhafte Arztbesuche – und sorgen für lebenslang strahlende Zähne.

  • Karies kann von Milchzähnen auf bleibende Zähne übergehen.
  • Fluoride helfen beim Aufbau der Zähne – Babys und Kinder sind aber oft unterversorgt.
  • Wer sich früh um Milchzähne kümmert und den ersten Arztbesuch gut vorbereitet, lässt Angst vor dem Zahnarzt gar nicht erst aufkommen.


Bei manchen kommen sie schon mit drei Monaten, bei anderen erst im Krabbelalter. Spätestens kurz vor dem ersten Geburtstag ist es aber bei jedem Baby so weit: Die ersten Zähnchen brechen durch. Komplett ist das Milchzahngebiss etwa mit zweieinhalb Jahren.

Karies geht auf bleibende Zähne über

Für die Eltern bedeutet das: Die Zeit der Zahnpflege beginnt. Viele glauben, Zähneputzen sei bei Milchzähnen nicht so wichtig, weil diese ohnehin bald wieder ausfallen.
Das ist ein folgenschwerer Irrtum. Denn während sich die ersten Zähnchen zeigen, wird im Kiefer schon das zweite Gebiss ausgebildet. Karies kann im schlimmsten Fall von den Milchzähnen auf die bleibenden Zähne übergehen.
Jeder kranke Zahn tut weh
Weitere Gründe sprechen dafür, auch die Milchzähne sorgfältig zu pflegen. Zum einen bereitet jeder kranke Zahn dem Kind Schmerzen, auch ein kariöser Milchzahn. Außerdem ist das erste Gebiss nicht nur Platzhalter. In dieser Zeit werden auch Kiefermuskulatur und -knochen ausgebildet. Diese Entwicklung sollte nicht gestört werden.

Fünf Tipps für gesunde Zähne

Mit diesen fünf Tipps halten Sie die Milchzähne Ihres Babys gesund. Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, wird Ihr Kind Ihnen sein Leben lang für seine gesunden Zähne dankbar sein:

1. Die eigenen Zähne pflegen

Gesunde Kinderzähne fangen bei den Eltern an. Denn Karies kann schnell von den Eltern auf das Kind übergehen. Am geringsten ist diese Gefahr natürlich dann, wenn Eltern selbst gesunde Zähne haben.
Um die Übertragung eventuell vorhandener Bakterien zu vermeiden, sollten Sie niemals den Schnuller oder den Löffel Ihres Babys in den Mund nehmen, zum Beispiel um diesen sauber zu machen.

Nicht zuletzt ist die Zahnpflege der Eltern auch gutes Vorbild für die Kinder: Wenn die Kleinen sehen, dass auch Mama und Papa regelmäßig zur Zahnbürste greifen, fällt die Zahnpflege gleich nicht mehr so schwer. 

2. Fluoride schützen vor Karies

Fluoride sind Salze, die den Aufbau des Zahnschmelzes unterstützen und die Zähnchen widerstandsfähiger machen. Erwachsene erhalten Fluoride über ihre normale Zahncreme. Bei Babys ist es nötig, Fluoride zusätzlich zu geben.
Es gibt dazu zwei Möglichkeiten, die unter Kinder- und Zahnärzten umstritten sind.
Die meisten Kinderärzte empfehlen die Gabe von Fluorid-Tabletten. Eltern können diese in Milch oder Wasser auflösen und vermischt mit der Babynahrung oder separat über einen Löffel geben.
Zahnärzte hingegen raten dazu, schon für die ersten Zähne eine spezielle Babyzahncreme zu nutzen, die fluoridhaltig ist. In diesem Fall ist es wichtig, auf die Dosierung zu achten. Denn in zu großen Mengen ist Fluorid giftig.
Außerdem kann die Familie beim Kochen fluoridhaltiges Salz verwenden und die Fluoridversorgung dadurch ergänzen.
Sprechen Sie auf jedem Fall mit Ihrem Kinderarzt, um den besten und altersgerechten Weg für Ihr Kind zu finden. Egal ob Zahnpasta oder Tablette: Fluorid ist für die ersten Zähne wichtig.

3. Putzen, putzen, putzen

Schon für die Allerkleinsten gibt es spezielle Zahnbürsten, die wie ein Fingerhut über den Finger gestülpt werden. Alternativ können Eltern Wattestäbchen nutzen, um die ersten Zähne abzuwischen.
Die Frage der Zahncreme hängt davon ab, wie Ihr Kind mit Fluoriden versorgt wird. Wenn die Salze als Tabletten gegeben werden, reicht es, die ersten Zähne wenig Zahncreme zu reinigen.
Ohne Tabletten sollten die Zähne beim Putzen mit Fluorid versorgt werden. Dafür sprechen neuere Studien. Demnach schützt Fluorid noch besser vor Karies, wenn es in Form einer Zahnpasta beim Putzen auf die Zähne aufgetragen wird.
Die Dosierung ist dabei wichtig, denn Eltern können nicht verhindern, dass Babys und Kleinkinder die Zahnpasta verschlucken. In zu großen Mengen können Fluoride aber giftig sein.
Ab dem dritten Geburtstag lernt das Kind, sich die Zähne selbst zu putzen. Es hat dann seine eigene Zahnbürste, Zahncreme und sollte am besten nach jedem Essen ins Badezimmer. Eltern sollten das Ergebnis kontrollieren und nachputzen.

4. Schokolade und Zucker meiden

Kariesbakterien benötigen Zucker, um die für die Zähne gefährlichen Säuren zu produzieren.  Die Ernährung spielt deshalb für die Zahngesundheit eine wichtige Rolle.
Zucker stecken nicht nur in Schokolade und Kuchen, sondern auch in Obst, in vielen Gemüsesorten, in Milch und in vielen fertigen Speisen.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu viel und nicht zu häufig Zucker zu sich nimmt und am besten nach jedem Essen die Zähne putzt.

5. Früh zum Zahnarzt

Spätestens wenn alle 20 Milchzähne zu sehen sind, ist es Zeit für den ersten Zahnarztbesuch. Bei den meisten Kindern ist das ab zweieinhalb Jahren der Fall. Ein früher Besuch hilft auch, Angst vor dem Zahnarzt gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wer sich selbst beim Zahnarzt wohl fühlt, kann den kleinen Patienten auch mal zur eigenen Kontrolluntersuchung mitnehmen. Das Kind lernt dann schon einmal die Praxis kennen und wird mit Inventar und Geräuschen vertraut.
Der erste Zahnarztbesuch dient hauptsächlich dem Kennenlernen der agierenden Personen, der Umgebung und Gerüche und der Aufklärung der Eltern. In vielen Städten gibt es spezielle Kinderzahnärzte, die darin geübt sind, auch mit den jüngsten Patienten umzugehen. Die Fähigkeiten, ein Milchzahngebiss zu kontrollieren, hat aber jeder Zahnarzt.

Quelle: focus.de/familie/meine-gesunde-familie/zahngesundheit-dafuer-wird-ihnen-ihr-kind-dankbar-sein-so-wichtig-ist-die-pflege-der-ersten-zaehnchen_id_6146014.html

 

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