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Diabetes und Parodontitis

Obwohl Diabetiker besonders häufig unter Entzündungen des Zahnhalteapparats leiden, wird Kombination der beiden Erkrankungen häufig vernachlässigt. Dabei verbessert eine parodontale Therapie nicht nur die Zahngesundheit, sondern auch die Stoffwechselkontrolle und somit den Blutzuckerspiegel. 

Tiefe parodontale Taschen sind unbedingt behandlungsbedürftig.

Parodontitis ist weltweit die sechshäufigste chronische Erkrankung. Aber so richtig ernst genommen werden Zahnfleischbluten und Zahnfleischschwund von den meisten Menschen nicht: sicher lästig und unangenehm, aber doch nicht gefährlich? Ein Blick in die Literatur belehrt eines Besseren: Parodontitis ist nicht nur die häufigste Ursache für Zahnverlust ab dem 35. Lebensjahr, sondern erhöht unter anderem auch das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Frühgeburtlichkeit und Typ-2-Diabetes.

Die Beziehung zwischen Diabetes und Parodontitis ist übrigens keine einseitige: Nicht-Diabetiker mit schwerer Parodontitis haben im Schnitt höhere Blutzuckerspiegel und ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. In der japanischen Hisayama-Studie entwickelten normoglykämische Personen mit tiefen parodontalen Taschen innerhalb von zehn Jahren signifikant häufiger eine gestörte Glukosetoleranz als die Kontrollgruppe mit gesundem Zahnfleisch.

Quelle: MedicalTribune Nr 1-3/2017

 

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