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Mehr Karies, mehr Abszesse

Rauchen verändert die orale Mikroflora tiefgreifend

Rauchen hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die orale Mikroflora: Diese unterscheidet sich bei Rauchern deutlich von der von Nichtrauchern oder der von ehemaligen Rauchern.

Untersucht wurden Proben von 1.204 amerikanischen Männern und Frauen, deren Gesundheit in einer großen Krebs-Risiko-Studie überwacht wird. Mehr als 150 bakterielle Spezies zeigten ein signifikant erhöhtes Wachstum im Mund der Raucher, während andere 70 starke Abnahmen im Wachstum zeigten.

So hatten Raucher relativ weniger Arten von Proteobakterien (bei 4,6 Prozent der gesamten Bakterien im Mund) als Nichtraucher (11,7 Prozent). Solche Proteobakterien können toxische Chemikalien abbauen. Ebenso wiesen Raucher deutlich weniger Capnocytophaga, Peptostreptokokken und Leptotrichia auf. Im Gegensatz dazu hatten Raucher deutlich mehr Arten von kariesfördernden Streptokokken und von Atopobien (als Verursacher von Wundinfekten und Zahnabszessen bekannt).

Die gute Nachricht: Die Mundflora kann sich wohl regenerieren: Ehemalige Raucher, die seit mindestens 10 Jahren aufgehört hatten, zeigten das gleiche mikrobielle Gleichgewicht wie Nichtraucher.

Wu J et al. Cigarette smoking and the oral microbiome in a large study of American adults. The ISME Journal 2016; 10: 2435-2446.

 

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