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Stillen fördert gesunde orale Entwicklung

Das Saugen ist ein natürlicher Instinkt und die erste koordinierte Muskelaktivität des Neugeborenen, das beim Stillen die orale motorische Entwicklung und die Ausbildung einer korrekten oralen Funktion optimal fördert.

Das Saugverhalten an Schnullern oder Nuckelflaschen weicht davon ab. So wird bei Kindern die Kaumuskelfunktion weniger gut ausgebildet, wenn sie länger als ein Jahr regelmäßig am Schnuller saugen oder Flaschennahrung erhalten. Zudem ist der Einsatz eines Schnullers mit einer steigenden Prävalenz von oralem Candida-Befall verbunden. Wenn Kinder gestillt werden, lässt sich das Risiko einer Abweichung wie z. B. die Entwicklung eines Überbisses minimieren.

Die Wissenschaftler stellten darüber hinaus fest, dass Kinder, die mehr als 6 Monate ausschließlich gestillt wurden, eine nicht zu engen Oberkiefer aufweisen als Kinder mit anderen Sauggewohnheiten.

Saugen Kinder täglich am Schnuller, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie auch gewohnheitsmäßig an Daumen oder Fingern lutschen, was zu Störungen in der gesunden oralen Entwicklung führen kann. Bei diesen Kindern treten beispielsweise Fehllbisse häufiger auf als bei Kindern mit natürlich bestimmtem Saugverhalten. Das heisst, sie braucht öfter eine kieferorthopädische Therapie.

HTB Ling et al. The association between nutritive, non-nutritive sucking habits and primary dental occlusion. BMC Oral Health 2018; doi: https://doi.org/10.1186/s12903-018-0610-7, online am 22.08.2018.

 

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